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Willkommen bei den schönen Büchern
Dieses Buch ist eine Wundertüte voller Überraschungen. Es fängt schon damit an, dass Amber und Stevie in ihr frisch gekauftes Haus einziehen möchten und dort Dorothy entdecken, die partout nicht ausziehen will. Was für Gründe die alte Dame dafür hat, legt sie nicht offen. Stattdessen kocht sie Tee, macht Frühstück und backt Kuchen.
Immer wieder taucht jemand Neues auf oder Dorothy erzählt doch mal etwas. Ich hatte gar keine Zeit, darüber nachzudenken, wohin die Geschichte eigentlich führt, schon kam die nächste Wendung um die Ecke, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe.
Ein toller Roman, der Spaß macht, gleichzeitig ernste Themen anspricht und nie langweilig wird. Als wäre man beim Lesen selbst hautnah mit dabei, wie diese ganzen liebenswerten Charaktere versuchen, ihre Leben auf die Reihe zu bekommen. Ich würde sie gerne mal besuchen und einen Fabulous Friday im Onions verbringen.
Josephine Wunderberg arbeitet sowohl im Vertrieb der Büchergilde als auch in der Mainzer Partnerbuchhandlung Erlesenes & Büchergilde, unterstützt die Büchergilde nicht nur als Mitglied der Buchgemeinschaft, sondern auch als Genossin, organisiert einen Buchclub und das Lesefestival „Mainz liest ein Buch“ und gehört zu den Nominierten für den Young Excellence Award 2026.
– Immerhin genügend Abstand, um voneinander zu lernen. Harold und Maude ist nicht nur ein Kultfilm der 70er, Collin Higgins schuf mit dem Stoff auch eine fabelhafte Erzählung über Autonomie und das Leben, dass nur uns gehört.
So manövriert sich das schräge Paar von einer komischen Situation in die nächste. Higgins schreibt der lebenslustigen Maude ein Bonmot nach dem anderen auf die Zunge und der stille, aber exzentrische Harold sorgt verlässlich für die komischen Momente. Damit nehmen uns die Figuren auf eine, wenn doch kurze, aber umso aufregendere Episode ihres Lebens mit. – Begleitet von den so schön irrwitzigen Illustrationen der diesjährigen Gewinnerin unseres Gestalterpreises.
Federleicht lädt uns die Geschichte zum Innehalten ein. Oder um es mit Maudes Worten zu sagen: „Kein Mensch kann sich selbst sehen, es sei denn, er leiht sich die Augen eines Freundes.“ – Und damit mal wieder ein herzliches Danke an unser Programm. Dieses Buch hatte ich nötig.
Pascal Wandke unterstützt als Assistent den Geschäftsführer. Er liebt Bücher, kann sich aber nicht entscheiden, ob nun eher den Inhalt oder die Gestaltung. – „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust […].“
Der Körper der Protagonistin in Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt von Jegana Dschabbarowa verformt sich buchstäblich unter der Last der gesellschaftlichen Unterdrückung von Frauen in der aserbaidschanischen Diaspora in Russland. Ausgelöst wird die Verformung, die Lähmungen, der Kontrollverlust über ihren Körper, durch eine neurologische Krankheit, die für sie natürlich eine große Last ist und sie leiden lässt. Sie verhilft ihr aber gleichermaßen zur Befreiung von den streng konservativen Normen, die die Entscheidungen von Frauen betreffen, sogar wenn es um ihren eigenen Körper geht. Durch die Krankheit kann sie ihre Bestimmung, irgendwann einem Mann zu gehören, nicht erfüllen und geht somit immer mehr ihren eigenen Weg. Jedes Kapitel widmet sich, um den Bestimmungen und Regeln nachzugehen, jeweils einem einzelnen Körperteil. Die Aufgabe desselben wird jeweils beschrieben und analysiert. Dies alles passiert auf eine sehr poetische Weise und voller Symbolik, manche Abschnitte lesen sich wie ein Gedicht. Ein absolut zu empfehlendes Leseerlebnis.
Nicole Duplois versucht, sich noch mehr Zeit fürs Lesen freizuhalten, und wirkt in der Herstellungsabteilung an verschiedenen Ecken und Enden mit.
Hedda schwebt im „Alkazar“ auf der Reeperbahn über die Bühne und lebt ihren Traum – bis sich 1933 alles ändert: Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerät das Hamburger Nachtleben immer stärker unter Druck: Ihre Show gilt bald als zu „exotisch“ und viele ihrer Freunde, die der Arbeiterbewegung angehören, werden verfolgt, eingesperrt, ermordet. Heddas kleiner Bruder gerät wegen einer körperlichen Beeinträchtigung ebenfalls ins Visier der Nationalsozialisten.
Hedda steckt voller Wut auf das System, dem sie sich aber immer wieder fügen muss, um für ihren Bruder sorgen zu können. Ihre Verzweiflung angesichts dieses Dilemmas wird mich noch lange begleiten. Beim Lesen musste ich immer mal wieder innehalten und schlucken. Gerade das macht Die Wut ist ein heller Stern von Anja Kampmann für mich zu einem großartigen, unbedingt lesenswerten Buch, aus dem wir viel für unsere Gegenwart lernen können.
Maria Voßhagen kümmert sich bei der Büchergilde um das E-Mail-Marketing und die redaktionelle Betreuung der Webseite.