Digipack, 1 CD, Membran, CD-Anzahl: 1.

Artikelnummer:
298630

Erschienen:
2017

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Inhalt

„Aimee Mann announces Mental Illness“ – so kündigte das Billboard Magazine Mitte Januar das neue Album der Ausnahmekünstlerin an, ihr erstes seit fünf Jahren. Die missverständliche Headline ist der 56-jährigen nur recht, sogar ein seltenes Exempel für „Truth in Advertising“, wie sie sagt. „Der Titel kam von einem Freund, der mich fragte worum es bei diesem neuen Album geht“, erzählt Aimee Mann. „Und ich antwortete: ‚Ach, weißt Du, die üblichen Songs über Geisteskrankheiten.’ Woraufhin er meinte: „Dann nenn’ es doch auch so.“ So kam es zu „Mental Illness“. Ich hoffe, dass man merkt, dass hier auch mein Galgenhumor im Spiel ist. Mich bringt der Titel zum Lachen, weil er so ehrlich ist – so direkt, dass es schon wieder lustig ist.“

Nach einigen eher rockigen Alben, etwa ihrem letzten Solo-Album „Charmer“ von 2012 und dem Duo-Projekt „The Both“ mit Ted Leo von 2014, hat die Frau, die der Welt die Ballade „Wise Up“ bescherte, beschlossen, sich wieder zu verlangsamen. Wem „Bachelor No. 2“ und der Magnolia-Soundtrack gefallen haben, der wird sich in den herrlichen Melodien und der eher zaghaften Gangart dieser Musik, dieser eleganten Rückkehr in kontemplative Formen wohl fühlen. Die musikalische Umsetzung allerdings ist neu und vielleicht auch überraschend: kein Mellotron mehr, keine seltsamen Keyboardsounds, nur ab und an Schlagzeug und E-Bass, vor allem aber wunderbare Gesangsharmonien, Gitarre, Klavier und, das nun wirklich zum ersten Mal in ihrer Karriere, Streicher.

Das Ergebnis, eine bisher so noch nicht gehörte Kombination von Sanftheit und Direktheit, macht Gänsehaut mit Songs, die fehlende Üppigkeit mit reichlich Songwritersagenhaftigkeit aufwiegen. Die immer wieder spürbare Melancholie dieses Albums ist beabsichtigt, sogar eine direkte Reaktion auf Aimee Manns Image. „Ich habe das Gefühl, dass man mich als die sieht, die diese wirklich depressiven Songs schreibt“, sagt sie. „Vielleicht stimmt das ja auch nicht, aber so deute ich die Klischees über mich selbst. Sollte also bisher Jemand gemeint haben, meine Songs wären langsam, deprimierend, traurig und akustisch bis zum geht nicht mehr, habe ich mir jetzt erlaubt die traurigsten, langsamsten akustischsten, Egal-ob-es-alles-Walzer-sind- Songs geschrieben, die ich konnte.“

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